Link verschicken   Drucken
 

Wem nützt das Sitzenbleiben?

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             logo 2014 klein

 

Wem nützt das Sitzenbleiben? - Ein Versuch, die Frage zu beantworten

Fakten, Zahlen und Klischees:

  • 240000 Schüler bleiben jährlich sitzen
  • 23,1% aller Fünfzehnjährigen haben mindestens einmal eine Klasse wiederholt
  • An Real-bzw. Oberschulen ist die Quote mit 5,0% die höchste
  • Das kostet den Staat 3 Milliarden € jährlich mit Folgekosten
  • Die Bevölkerung glaubt mehrheitlich, dass  das eine sinnvolle erzieherische Maßnahme sei
  • Vermeintlich soll sie anspornen, wieder mehr Leistung zu bringen
  • Ein neues Lernumfeld wirke positiv auf den Lernerfolg
  • Die homogene Lerngruppe bleibe erhalten, denn der/die Schwäche ist ja nun weg
  • Damit profitierten die Schüler, weil sie ja jetzt viel flinker vorankämen

 

Nach empirischen Forschungen des Bildungsforschers Prof. Klaus Klemm zeigt sich Folgendes:

„… Klassenwiederholungen sind teuer und unwirksam. Weder die nicht versetzten Schülerinnen und Schüler noch diejenigen, die in der Klassengemeinschaft verbleiben, zeigen eine bessere Lernentwicklung.“

 

Fazit:

Die Milliarden € sollten in individuelle Förderung investiert werden!

 

Was heißt individuelle Förderung?

Jedes Kind/ jeden Jugendlichen mit seinem Wissensstand und Lernpotenzial zum Ausgangspunkt allen Handelns an der Schule zu machen.

  • Gemeinsamer Unterricht
  • mit unterschiedlichen Lernwegen
  • mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten

 

Funktion unseres Bildungswesens:

  • bestmögliche Bildungschancen und Entfaltungsmöglichkeiten für alle Kinder
  • unabhängig vom sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund

 

Welche Wirkungen hat das Sitzenbleiben?

  • keine Verbesserung der kognitiven Entwicklung
  • Kein Vorteil für die Verbleibenden
  • Keine Leistungssteigerung
  • demotivierend
  • Schulunlust und Selbstzweifel steigen
  • Verlust an Lebenszeit

 

Warum beteiligen wir uns dann an dieser schädlichen Praxis?

Welche Schlüsse müssen wir daraus für unsere Arbeit und unsere Haltung zu dem Problem „Sitzenbleiben“ ziehen?