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Berufsorientierungskonzept

                                                                                                                                      Eine Schule für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 10

 

Telefon: 033830258     Fax: 03383012323logo 2014 klein

 

 

Thomas-Müntzer-Oberschule mit Grundschule Ziesar, Schulstraße 11, 14793 Ziesar

 

 

Berufsorientierungskonzept

Schuljahr 2016/2017

 

Datum: 26.09.2014

 

1.Ausgangsbedingungen

 

Die Thomas-Müntzer-Oberschule mit Grundschule Ziesar ist eine Schule im ländlichen Raum an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. In den Klassen 7 bis 10 lernen Schülerinnen und Schüler, von denen drei Viertel als Fahrschüler eine Fahrzeit von bis zu 50 Minuten haben. Ein Fünftel unserer SuS kommt aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt.

 

Ein großer Teil der Eltern gehört zu Hartz IV-Empfängern, Geringverdienern und Geringverdienern mit Hartz IV.

 

Die Erlebniswelt der SuS ist besonders durch das dörfliche bzw. Kleinstadtleben geprägt. Viele SuS sind in ihrer Freizeit in den örtlichen Vereinen wie zum Beispiel Freiwillige Feuerwehr oder Sportverein organisiert. Bei den meisten Aktivitäten sind die Kinder auf den Transport durch die Eltern angewiesen, da die öffentliche Verkehrsanbindung außerhalb der Unterrichtszeiten unzureichend ist.

 

Der regionale Wirtschaftsraum ist von landwirtschaftlichen, handwerklichen und dienstleistenden Betrieben, sowie Ämtern und Verwaltungen geprägt. Größere Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe befinden sich in Brandenburg. Bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen stehen unsere Schulabgänger in Konkurrenz zu den Bewerbern anderer größerer Schulen.

 

Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass wir bei der Berufsorientierung auf einem guten Weg sind. Alle SuS begannen nach Verlassen unserer Schule eine Ausbildung, eine berufsvorbereitende Maßnahme oder gingen zum Oberstufenzentrum. Von den SuS, die zum Oberstufenzentrum gehen, strebt ein großer Teil einen höheren Schulabschluss an. Einige nutzen diese Zeit als Warteschleife bis sie volljährig sind, um ihre Wunschausbildung beginnen zu können, oder um endgültig einen passenden Ausbildungsberuf gefunden zu haben.

 

Unser permanentes Ziel bei allen berufsorientierenden Maßnahmen ist es, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des allgemeinbildenden Unterrichts mit den zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen und den regionalen Möglichkeiten bestmöglich auf ihre Ausbildung vorzubereiten.

 

Alle SuS sollen vor Abschluss der Schule folgende Fragen für sich beantworten können:

 

  • Welche Leistungsvoraussetzungen muss ich erfüllen bzw. welchen Schulabschluss muss ich nachweisen?
  • Welche Berufe kommen für mich in Frage?
  • Welche Ausbildungsmöglichkeiten habe ich oder bietet mir die Region?
  • Erkennen, dass nicht alle Ausbildungen in der Region angeboten werden!
  • Wo finde ich einen Ausbildungsplatz?
  • Wo befindet sich meine Berufsschule?
  • Welche zusätzlichen Lehrgänge muss ich absolvieren und wo?
  • Wie bewerbe ich mich richtig?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich?
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    2. Qualität und Standardbereiche

     

    Unsere Schule begleitet ihre SuS über mehrere Jahre bei der Berufsorientierung. Dieser Prozess ist einerseits als allgemeinbildend zu beschreiben, andererseits aber ein sehr persönlicher Erfahrungs- und Selbstfindungsprozess. Um dies erfolgreich gestalten zu können, benötigen die Jugendlichen auch die Unterstützung durch das Elternhaus. Wir verstehen unseren Auftrag darin, grundlegende Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitswelt zu vermitteln, berufliche Praxis zu ermöglichen und personale und soziale Kompetenzen zu fordern, zu fördern und zu erproben. Die Lehrerinnen und Lehrer stehen so an der Seite der SuS und holen sich Partner aus der Elternschaft, Wirtschaft, berufsbildenden Schulen, Vereinen, der Bundesagentur für Arbeit usw.

     

    Im Rahmen der Berufsorientierung an unserer Schule hat sich eine intensive Zusammenarbeit mit vielen Betrieben und Einrichtungen der Region entwickelt, die unsere SuS aufnehmen und ihnen Einblicke in den Berufsalltag ermöglichen. Dabei erhalten die SuS und die Lehrer/innen gezielte Rückmeldungen zu Aspekten des Arbeits- und Sozialverhaltens, sowie über Stärken und Schwächen oder Berufseignung.

     

    3. Entwicklung der Schülerpersönlichkeit

     

    Unsere Schule verfolgt im Rahmen der Berufsorientierung folgendes Erziehungsziel:

  • Stärkung der Ich-Kompetenz - Selbständigkeit, Bereitschaft zur Leistung, Frustrationstoleranz, Kritikfähigkeit, Handeln, Durchhaltevermögen
  • Sozialkompetenz -   gegenseitige Achtung und Toleranz, Konfliktfähigkeit, Verantwortung zu selbstbewusstem Handeln, Fähigkeit zur Solidarität mit Schwächeren, Teamfähigkeit
  • 4. Maßnahmen der Berufsorientierung

     

    Die Organisation der Berufsorientierung stützt sich auf einer Reihe von Bausteinen. Dazu gehört vor allem der Unterricht, der durch außerschulische Maßnahmen und Partner begleitet, ergänzt und unterstützt wird. Zusätzlich bietet der Ganztag Möglichkeiten zur Berufsorientierung. Im Rahmen des Praxislernens führen wir verschiedene Projekte zur Berufsorientierung durch. Bei der Auswahl von INISEK-Projekten achten wir sehr darauf, dass die SuS in unterschiedlichster Form praktisch tätig sind, sowie oben genannte Kompetenzen entwickelt und gefördert werden.

     

    Bereits in der Primarstufe findet erste Berufsorientierung statt.  Im Sachunterricht der 3. Klasse kommen Eltern in die Schule, um über ihre Arbeit bzw. ihren Beruf zu berichten. Die SuS können Fragen stellen. Später im WAT – Unterricht der 5. Klasse werden die Themen Berufe, Ausbildung und Verdienst behandelt. In der 6. Jahrgangsstufe wird mit der BARMER zur Teambildung ein „Benimmkurs“ durchgeführt.

    Im Oberschulbereich erhalten die SuS spezielle theoretische Kenntnisse über wirtschaftliche Strukturen im WAT-Unterricht. Weiterhin bekommen sie hier praktische Erfahrungen in der Holzwerkstatt und in der Schülerküche. Im WAT- und Deutschunterricht trainieren die SuS das Schreiben von Bewerbungsunterlagen, Führen von Telefonaten und Vorstellungsgesprächen (siehe SILP WAT/ Deutsch). Im Fach Politische Bildung machen sich die SuS mit den Gesetzen der Ausbildung und des Berufslebens bekannt. Weiterhin lernen die SuS verschiedene Berufsbezeichnungen in englischer und französischer Sprache kennen. In den fremdsprachlichen Fächern schreiben sie Lebensläufe und Bewerbungen oder führen Bewerbungsgespräche. Im Fach Mathematik lösen die SuS berufs- und anwendungsorientierte Aufgaben. In den naturwissenschaftlichen Fächern werden in Form von Projekten Verbindungen zwischen Theorie und Praxis hergestellt z. B. Thema Wasser und Umwelt – Besuch des Wasserwerkes; Gesunde Ernährung -  Herstellung von Naturkosmetik und Schokolade. SuS können Themen der Facharbeiten ihrem Berufswunsch entsprechend auswählen und so wichtige Kenntnisse erwerben. Die Lehrkräfte stimmen sich mit denen des Oberstufenzentrums „Alfred Flakowski“ Brandenburg bezüglich der Anforderungen an die gymnasiale Oberstufe ab. Das Nachdenken über die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Ziele und Lebensplanung erfolgt im LER-Unterricht.

     

    Die Berufsorientierung erfährt eine enge Verzahnung mit der Medienentwicklung. Die SuS nutzen die Computerkabinette und die i-pads für die Vorbereitung, Durchführung sowie Nachbereitung ihrer Praktika und Präsentationen: z.B. Bearbeitung der Praktikumsaufgaben, Schreiben der Einladungen und Dankesurkunden ….

     

    Im Offenen Ganztag gibt es das Angebot „Jung und Alt begegnen sich“. Die SuS sammeln erste Erfahrungen im Umgang mit alten bzw. pflegebedürftigen Menschen im Pflegeheim Ziesar. Am Ende des Schuljahres erhalten die Teilnehmer dafür ein Zertifikat. Ein weiteres Angebot zum Sammeln praktischer Erfahrungen im Ganztag ist die AG „Die Kochprofis“. Neben dem Kochen und Backen erhalten die Teilnehmer/innen Einblicke in die gastronomischen Berufe.

     

    Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Bundesagentur für Arbeit. Einmal im Monat besteht die Möglichkeit der Berufsberatung mit Frau Bothe. Dazu lädt sie SuS und ihre Eltern zur Sprechstunde ein. Bei Gesprächsbedarf können sich die SuS selbst bei ihr anmelden. Weiterhin unterstützt die Bundesagentur für Arbeit in diesem Schuljahr wieder zwei INISEK-Projekte zur Berufsorientierung.

    Seit einem Jahr besteht auch eine Kooperation mit der Agentur für Arbeit des Landes Sachsen- Anhalt. Unseren SuS des benachbarten Bundeslandes steht Frau Olschewski monatlich sowohl informativ als auch beratend in Gesprächen zur Verfügung.

     

    Die Berufsorientierung wird im Unterricht oder in Form von Projekten aktiv unterstützt durch die Industrie- und Handelskammer Potsdam, die AOK, die BARMER und die Bundeswehr Beelitz. Entsprechende Projekte sind in den Bausteinen der Berufsorientierung aufgelistet.

     

    Die Praxislerntage und Betriebspraktika mit den unterschiedlichsten, individuell auf den einzelnen Schüler abgestimmten Praxisaufgaben ermöglichen es den SuS, das Berufsleben genauer kennenzulernen. Diese Praktika werden in der Schule ausführlich vor- und nachbereitet. Die SuS werden nicht nur angehalten, die regionalen Möglichkeiten für ein Praktikum zu nutzen, sondern auch über den Tellerrand hinauszuschauen und Neues auszuprobieren. Dadurch werden sie angeregt, sich selbst zu orientieren, aus dem gewohnten Umfeld zu lösen, nach Schulabschluss dahin zu gehen, wo ihr Wunschausbildungsplatz ist, und selbständig zu werden.

     

    Erstmalig findet am 7. September 2016 für die Schüler und Eltern der 9. und 10. Klassen ein schulinterner Berufemarkt auf dem Burghof der Stadt Ziesar statt. Hier präsentieren sich Betriebe und Einrichtungen sowie Kooperationspartner der Schule, um sich und ihre Ausbildungsplätze vorzustellen. Als Durchführungsort wurde der Burghof ausgewählt, um auch die Verbindung zum Schulträger und der Stadt Ziesar herzustellen und um sich so weiter zu öffnen.

     

    Lehrkräfte (WAT), die verantwortliche Lehrkraft für INISEK und die Berufseinstiegsbegleiterin nehmen regelmäßig an den Treffen des Arbeitskreises „Schule & Wirtschaft“, den Tagungen des BOP und den Fortbildungen für INISEK teil, um neue Betriebe und Partner zu akquirieren, sich mit anderen Schulen auszutauschen und sich fortzubilden.

    So sind wir in der Lage, die Berufsorientierung an der Schule stetig zu optimieren.

     

    Bausteine der Berufsorientierung in den einzelnen Jahrgangsstufen

     

    Klasse 7:

  • Ortsrallye in Ziesar - Betriebe und Einrichtungen des Ortes erkunden
  • Teilnahme am Zukunftstag (April 2017) - Erproben geschlechtsuntypischer Berufe
  • Schnuppertag im Betrieb der Eltern – Kenntnis über berufliche Tätigkeit der Eltern
  • Juni 2017 Exkursion in den Optikpark Rathenow
  • INISEK-Projekt „Der Schulgarten wandelt (sich) immer noch“
  • März 2017 Teilnahme „Komm auf Tour“
  • Juni 2017 „Mein Tag“ mit der Agentur für Arbeit Frau Bothe
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    Klasse 8:

  • Sept.16 - Dez.16 (dienstags) Praxistage in selbstgewählten Betrieben
  • Hefter anlegen / Praxislernaufgabe

  • Februar 2017 Präsentation in der Aula
  • März 2017 – Juni 2017 (dienstags) Praxistage
  • Ende Juni Präsentation in der Pausenhalle oder im Schulgarten
  • Durchführung der Potenzialanalyse durch den IB Brandenburg
  • Exkursion zum Filmpark Babelsberg mit Workshops
  • Betriebsexkursion zu ZF Brandenburg für interessierte SuS
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    Klasse 9:

  •   Teilnahme am schulinternen Berufemarkt (verpflichtend) am 7. September 2016
  • Besuch des Berufemarktes in Brandenburg oder Bad Belzig durch
  • interessierte SuS – Vorstellung zahlreicher Ausbildungsbetriebe

  • Exkursion zur Bundeswehr nach Beelitz
  • Vorstellung „Grüner Berufe“ für interessierte SuS mit Betriebsbesuch
  • Besuch des Berufsinformationszentrums Potsdam Dez. 2016
  • Besuch der Ausbildungswerkstatt ZF Brandenburg zum Tag der offenen Tür für interessierte SuS am  ?
  • Berufseinstiegsbegleitung für 10 ausgesuchte SuS durch den Internationalen Bund mit den Aufgabenbereichen: Stabilisierung der schulischen Leistungen, Unterstützung bei der Suche nach entsprechenden Praktikumsplätzen und der Berufsorientierung
  • Vorstellung von Frau Bothe und Frau Olschewski in der Elternversammlung – individuelle Gespräche mit SuS
  • Berufecheck mit Herr Reather von der IHK Potsdam
  • 3- wöchiges Betriebspraktikum vom Frühjahr 2017 - Praktikumshefter anlegen und Wahlaufgabe bearbeiten
  • INISEK PXL: Planung und Durchführung einer selbstorganisierten Exkursion Juni/Juli 2017
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    Klasse 10:

  • Teilnahme am schulinternen Berufemarkt (verpflichtend) am 7. September 2016
  • Infoveranstaltung mit Herrn Reather (IHK Potsdam) – Umgang mit der Jobbörse der IHK
    • Klassenfahrt mit Berufsorientierung nach Ribnitz-Damgarten - Sept.2016 - SuS probieren sich in unterschiedlichen Berufsfeldern aus.
  • Frau Bothe erläutert wichtige Aspekte für ihre Arbeit mit SuS im WAT-Unterricht
  • Gestaltung von Aushängen in der Pausenhalle und WAT- Raum mit wichtigen Terminen in Vorbereitung auf den Beruf, Tage der offenen Tür der Oberstufenzentren und Betrieben oder auch Info- Flyer der Agentur für Arbeit
  • Vorstellung „Grüner Berufe“ für interessierte SuS mit Betriebsvorstellung
  • 2-wöchiges Betriebspraktikum Nov. 2016 – Praktikumshefter anlegen und Wahlaufgabe bearbeiten
  • Besuch der Lehrwerkstatt ZF Brandenburg für interessierte SuS am  ?
  • Lehrstellenmobil an der Schule am  ?  – gezielte Lehrstellensuche möglich
  • Besuch der Oberstufenzentren „Alfred Flakowski“ Brandenburg oder Werder durch interessierte SuS
  • Berufseinstiegsbegleitung für 10 SuS durch Frau Pohl; spezielle Aufgabenbereiche: Unterstützung und Motivation zum Erreichen von bestimmten Schulabschlüssen, Unterstützung bei der Recherche nach Ausbildungsstellen und das Erstellen von aktuellen Bewerbungsmappen, Vorbereitung auf Einstellungstests und gegebenenfalls Begleitung zu Vorstellungsgesprächen
  • Weiterführung der Maßnahme auch im ersten Ausbildungsjahr um Abbrüche zu verhindern
  • abschließendes Betriebspraktikum nach Bekanntgabe der Jahresleistungen z.B.in Ausbildungsbetrieben

 

 

Überarbeitet durch Katharina Vogt

06.06.2016